Richtigstellung


In der Kemet-Ausgabe 4/2014, Rubrik „Kurz notiert“ Seite 70 haben wir unter dem Titel „Relief zurück aus Deutschland“ ‑ basierend auf einer Meldung des MCA vom 22.7.2014 (E-Mail vorhanden, aber auf Arabisch) die Nachricht veröffentlicht, dass das Ehepaar Preuß das Objekt illegal besitze, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht.
Im Folgenden zitieren wir aus dem Brief der Sammlung Preuß an Kemet:

… Sie schreiben , daß wir zugegeben hätten, "das Objekt illegal zu besitzen", und darum gebeten hätten, "es dem Museum als Dauerleihgabe überlassen zu dürfen" und daß die ägyptische Regierung dies abgelehnt hätte. Beides ist falsch und geeignet , den Ruf der Sammlung Preuß zu schädigen. Wir haben das Objekt vor rund 30 Jahren von einem renommierten Kölner Kunsthaus, wenn auch mit der falschen Herkunftsangabe "aus altem englischen Besitz", in gutem Glauben erworben . Als wir erfahren haben, daß wir seinerzeit getäuscht wurden, haben wir noch am gleichen Tag der ägyptischen Regierung mitgeteilt, daß wir das Objekt umgehend und ohne jede Rechtsverpflichtung oder Bedingung an Ägypten zurückgeben.
Wir haben allerdings vorgeschlagen, daß der ägyptische Staat , nachdem er wieder rechtmäßiger Eigentümer geworden ist, das Objekt seinerseits dem Ägyptischen Museum wieder als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. Gleichzeitig haben wir angeregt, einmal darüber nachzudenken, ob ein solches Modell der "Fundteilung", global angewendet, nicht vielleicht auch dazu beitragen könnte, manchen Konflikt mit den Herkunftsländern zu entschärfen. Ein solches Modell würde auch der Einsicht Rechnung tragen, daß solche Kulturgüter zwar grundsätzlich den jeweiligen Herkunftsländern gehören sollten, daß diese Kulturgüter aber gleichzeitig gemeinsames kulturelles Erbe der Menschheit sind.
Dieses Modell der "Fundteilung" zwischen Geber- und Nehmerländern vertreten wir auch in der öffentlichen Diskussion über die Frage, wem das kulturelle Erbe der Menschheit eigentlich gehört. Aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Lage in Ägypten konnte die ägyptische Regierung dieses Modell in diesem konkreten Fall jedoch noch nicht aufgreifen. Gleichwohl hat sie sich öffentlich über ihren Antikenminister und durch einen Empfang in der Berliner Botschaft zu unseren Ehren für unsere Entscheidung zur Rückgabe dieses wichtigen nationalen Kulturgutes bedankt. …

Anlage:
Neuer ägyptischer Antikenminister würdigt Sammlung Preuß
Original E-Mail des MCA (PDF)